Geschenktipps
Gedichte

Althaus, Julien

Traumbrote


Anders Gesagtes
Lyrische Gedichte
Erster Band

2018. 160 Seiten.Hardcover mit Schutzumschlag
Euro 18,00 (D)
ISBN 978-3-86455-147-5. edition fischer


Das Leben dort ist nicht eine Fortsetzung vom Leben hier, sondern eine Umkehr zum Leben zurück; aber Umkehr nicht irdisch gefangen im Materiellen, Konkreten, sondern erlöst im Ewigen. Das Leben hier ist Ausgangspunkt: die Weichteile der Schnecke bilden das Schneckenhaus heran; das Entscheidende ist diese Schnecke, ohne Schnecke kein Schneckenhaus, ohne Leben hier, in der Zeit, kein ewiges Leben – denn diese Welt, die erscheinende Welt, ist die ganz entscheidende Welt.
Diese Weichteile, das ist das Leben hier, weich, zergänglich, in der Zeit zerfliesst es, wo es bleibt; aber dann kommt doch neues, anderes, ewiges Leben.
Ihr werdet Herden haben (gemeint sind hier »all die Tage deines Lebens als Herde«), Kühe, Schafe, im Land wird es wachsen, und doch: das gleiche Land, die gleiche Erde. Aber wachsen hier ist nicht das gleiche Wachstum, diese Welt ist immer da, die gleiche Welt, sie wird aber ganz anders erlebt!
Es ist eben ein Etwas da in der Schnecke, das sich von diesem Zeit-Räumlichen in mehreren Windungen erhebt – hin, zum Ewigen – und das ist der wahre Schmuck dieser Welt hier – der Durchbruch des Ewigen!
Friedrich Weinreb / Julien Althaus


Schnecken sind die artenreichste und einzige Klasse der Weichtiere (Mollusken), die auch landlebende Formen entwickelt hat, also jenseits der Wasser, der fliessenden Wasser, also der fliessenden Zeit, leben kann und sich gar ein Haus, jenseits der Weichteile – einen eindeutigen Ort im Ewigen – gebaut hat!


»Von Sehnsucht nach dem Schönen jenseits des Todes getränkt, ging ich der Welt entgegen, einsam mich fühlend, als wie ein Gedicht.
Als Soloflötist Konzerttätigkeit (1992–1997) mit dem Komponisten, Organisten und Cembalisten Alfred Mitterhofer, Wien, Duopartner von Maurice André, Trompete.
Den Ufern der Welt entlang ging ich weiter, dem Gedicht entgegen – begann, mir Erdachtes zu skizzieren. Es entstanden unendlich viele Skizzen, Gespräche in meinem Mir, dann Texte – endlich Gedichte, welche ich so lange reifen liess, bis sie von den Bäumen meines Traumes, dem Baum des Lebens, fielen – wie Traumbrote.«
Julien Althaus


Wenn wir unser Leben so leben, dass es auf Zeit ausgerichtet ist, also prolongierend das Jetzt, die Gegenwart, und nicht zur Kenntnis nehmen können, dass die Zukunft jedesmal an der Schwelle steht und sagt: ich möchte als Zukunft, als Realität erfahren werden und nicht als Kontinuierung des Jetzt.
Es ist ein Kampf zwischen dem sich Kontinuieren der Gegenwart in weiter, weiter, weiter, Jahre, Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte und dem, was man nennen könnte den Durchbruch aus der Gegenwart in eine Zukunft, die auf einmal gegenwärtig wird! Das Wort gegenwärtig ist doch sehr wichtig dabei!
Friedrich Weinreb, Tonarchiv


Abalonen sind eine Gattung grosser Schnecken, die in ihrer Form einer Ohrmuschel gleichen und besitzen eine perlmuttreiche Schale. Sie werden deshalb auch Irismuscheln (griech. Ἶρις, Regenbogen) genannt.